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Der neueste Streich von Media Molecule (kurz: Mm), den Entwicklern von “Little Big Planet” steht kurz vor seinem Marktstart: “Tearaway“, exklusiv für Sonys Playstation Vita. Darin übernimmt man als Spieler die Kontrolle über das “You“, also eigentlich über sich selbst. Das klingt jetzt vielleicht etwas merkwürdig, doch genau so ist es. Im Spiel sieht man sich selbst in einer quasi allgegenwärtigen Sonne. Die Spielfiguren iota (männlich) oder atoi (weiblich), zwischen denen man sich zu Beginn entscheiden kann, haben eine Nachricht für uns. Um dieses Unterfangen auch wirklich erfolgreich abzuschließen, müssen wir sie tatkräftig unterstützen.

Story mit Twists

Die Geschichte wird von einem männlichen und einem weiblichen Sprecher erzählt, die eine tolle Story machen wollen. Dabei fügen sie hin und wieder Twists hinzu, wie wir euch an folgendem Beispiel erklären wollen: iota oder atoi – je nachdem, für wen man sich entschieden hat – ist seinem/ihrem Ziel zum Greifen nah. Mittels Katapult gehts in Richtung Sonne, die Nachricht kann also dem “You” überbracht werden. Doch dann meint die Erzählerin, dass man das doch schon kennt und es langweilig sei. Also lässt sie kurzerhand einen Gegner aus der Sonne hüpfen, der die Spielfigur abfängt, welche dann abstürzt und in eine neue Spielumgebung gelangt.

Jump and Run oder Adventure?

Im Kern ist “Tearaway” ein Jump and Run gewürzt mit einer Prise Adventure, also eigentlich sowohl als auch. In jedem Level gibt es nicht nur zahlreiche Gegner, die sog. “Scraps”, und Hüpfeinlagen zu meistern, sondern eben auch sehr viel zu entdecken und zu sammeln. Da wären einerseits die Konfettis, die die Währung im Spiel darstellen. Die meisten davon findet man, wenn man einen Spielabschnitt einfach durchspielt. Doch einige sind immer gut versteckt. Außerdem gibt es Geschenke, die gefunden werden wollen (diese öffnet man übrigens, indem man auf dem Touchscreen die Banderole auseinander zieht, was sich sehr rewarding anfühlt!) und einige Bewohner der Welt haben Aufgaben für den Spieler. Erledigt man diese, bekommt man natürlich eine kleine Belohnung in Form von Konfetti. Außerdem gibt es in jedem Level einige Gegenstände oder sonstige Dinge wie Bäume, Charaktere etc. etc., denen die Farbe fehlt. Davon muss man mit der Kamera ein Foto schießen und schwupps ist die Farbe zurück – und natürlich ein paar mehr Konfettis auf dem Konto. Will man in einem Level 100% erreichen, muss man alles erst einmal finden. Nur in wenigen Levels hatten wir nach dem ersten Durchspielen gleich alles entdeckt – Wiederspielwert ist also auf jeden Fall vorhanden!

Kein Alt-Papier

Richtig cool sind Setting und Art-Style von “Tearaway”: Alles besteht aus Papier! Die Entwickler haben dafür alle Modelle im Spiel in Papercraft-Manier (Anm.: die oben erwähnten farblosen Modelle können, nachdem man sie gefunden und fotografiert hat, über tearaway.me heruntergeladen und ausgedruckt werden. Auf dieser Seite kann man sich aber auch Fotos von anderen Spielern ansehen u.v.m.) gefaltet und diese dann ins Spiel übertragen. Das fängt bei den Hintergründen an, geht über die Charaktere bis hin zu kleinsten Details wie Wasserspritzer, die im Spiel dann wegfliegende Papierstreifen sind. Das Ganze wirkt äußerst frisch und ist in dieser Art noch nie da gewesen. Aber nicht nur optisch nutzen die Entwickler Papier, sondern auch für das Gameplay:

Als “You” steuert man nicht nur die Spielfiguren, sondern greift an gewissen Stellen auch im wahrsten Sinne des Wortes in das Spiel ein. Durch bestimmte Oberflächen kann man durch Berühren des Rückseiten-Touchpads nämlich wirklich ins Spiel “hineingreifen”. Finger – für die man am Anfang des Spiels übrigens einen Hautton, der dem eigenen am nächsten kommt, wählen kann – werden dargestellt und man interagiert sozusagen auf direktem Weg. So lassen sich zum Beispiel Gegner aus dem Weg räumen, oder man lässt iota/atoi durch Antippen eines Trommelfells in die Luft sausen. Das fühlt sich wirklich lustig und neu an – ist aber noch nicht alles, was “Tearaway” hier zu bieten hat, denn in den einzelnen Levels gilt es immer wieder, Objekte zu verschieben, Schalter zu drehen usw., um den Messengers dabei zu helfen, ihre Nachricht auch wirklich an das “You” liefern zu können. Was diese Nachricht beinhaltet, dürfen und wollen wir an dieser Stelle übrigens nicht verraten!

Um seiner Fantasie freien Lauf zu lassen, wurde dem Spiel auch ein Schneidebrett spendiert. Hier lassen sich aus einfärbigen Papieren (kann man sich wie Tonpapier vorstellen) einzelne Formen ausschneiden und miteinander kombinieren. Diese kann man dann entweder auf die Spielfigur pappen, oder man muss verschiedenste Dinge für NPCs herstellen. Gleich zu Beginn von “Tearaway” muss man etwa dem Eichhörnchen-König eine Krone basteln, weil ihm seine entwendet wurde. Der Kreativität sind hier eigentlich nur wenige Grenzen gesetzt. Da man die Formen allerdings mit dem Finger auf den Touchscreen malt, funktioniert es manchmal nicht ganz so genau, wie man es sich wünschen würde.

Meinung

“Tearaway” muss man einfach mögen. Der Stil ist frisch und äußerst stimmig – und darüber hinaus wirklich süß. Und dass sogar die kleinste Kleinigkeit im Spiel aus (virtuellem) Papier besteht, ist schon irgendwie beeindruckend. Für mich als Fan von Jump and Runs und Adventures ist das Spiel eine wirklich tolle Mischung. Ich habe sowohl die Geschichte verfolgt und dem nächsten Abschnitt entgegengefiebert, als auch die Suche nach den versteckten Items genossen. Die Spieldauer geht voll in Ordnung, vor allem, wenn man 100% Completion erreichen will. Die Auflockerungen mit dem selber Basteln haben mir auch gut gefallen und ich bin schon auf Bilder der Community gespannt, welche Kreationen sie iota und atoi verpassen. Alles in allem bekommt man hier ein tolles Spiel für seine Vita, das die Hardware-Features zu nutzen weiß.

Persönliche Wertung: 9 von 10 Punkten

Hier haben wir noch den Launch-Trailer für euch:

“Tearaway” erscheint morgen, den 22. November 2013, für Playstation Vita.