SUBOTRON pro games: Ausbildungsstätten stellen sich vor: Donau-Universität Krems – Applied Game Studies

Alexander Pfeiffer

Mag. Alexander Pfeiffer M.A., der Leiter des Zentrums für Angewandte Spielforschung, stellte am 17. Mai im Rahmen des SUBOTRON pro games-Talks auf recht innovative Weise die Donau Universität Krems vor – Mithilfe der Kinect bewegte er sich durch seine Slides, die durch Gesten gesteuert wurden. Die Steuerung, welche sich “Universal Remote“ nennt, erklärte Pfeiffer, ist eine Entwicklung von Seewald Solutions, Pfeiffer-Medien und Manuel Ihl. Aber nun einige Fakten zur Donau Uni Krems.

Der Campus der Donau-Universität Krems

Vier verschiedene Lehrgänge werden angeboten, wovon drei besonders für Pädagogen interessant sind. Der 4. Lehrgang, “Game Studies“, ist für all jene interessant, die ihren Fokus auf dem Machen von Spielen liegen haben. Zwar lernt man dort auch den Umgang mit anderen Medien kennen, wird aber auch in die konzeptionelle Spielentwicklung eingeführt. Programmierung steht hierbei nicht so sehr im Vordergrund, diese kann aber zumindest mit Rapid Game Development Tools im Rahmen des Lehrgangs erlernt werden. Auch Unity 3D wird vorgestellt, dies müsste man aber intrinsisch motiviert in Heimarbeit vertiefen.

Die Zielgruppe für diesen Lehrgang ist demnach breit gefächert. Nähere Informationen, was zum Antritt des Studiums benötigt wird, lässt sich auf der Zentrumsseite selbst nachlesen. Auf jeden Fall ist ein bereits bestehender B.A. für die Wahl eines M.A. Studiums die beste Voraussetzung. Falls dieser jedoch nicht vorliegen sollte, reichen auch vier bis fünf Jahre Berufserfahrung in einer Führungsposition aus. Dieser Weg berechtigt jedoch nicht zum weiteren Doktorratsstudium. Die Zertifikationsprogramme, die ebenfalls angeboten werden, kann jedoch jeder besuchen.

Weitere Standorte neben Krems lassen sich in Köln und Salzburg finden. An der Fachhochschule Köln wird der Fokus auf die Erlebnispädagogik gesetzt. Mit dem Erlernen von zielgruppenorientierter Methodik kann in weiterer Folge die Erprobung von Praxisprojekten durchgeführt werden, wie zum Beispiel ein LARP (= Live Action Roleplaying Game), bei dem alle Teilnehmer von der Kleidung bis hin zur Story selbst organisiert und ausgeführt wurde. In Salzburg stehen u.a. die technologische Anwendung von Neuen Medien wie HD Video oder Podcasts im Mittelpunkt.

Das Physiklernspiel Ludwig

Mehrere Projekte, auf die die Donau Uni besonders stolz ist, wurden ebenfalls vorgestellt. Den Anfang machte “Ludwig“, das aktuelle Projekt von ovos (worüber wir demnächst noch genauer berichten werden). “Ludwig” ist ein “Physikabenteuer”, das unter anderem von Jochen Kranzer, der Medienpädagogik-Student an der Donau Uni Krems war, ins Leben gerufen wurde. Das Physiklernspiel mit dem sympathischen Roboter Ludwig wurde bislang bereits von 20.000+ Schülern im Alter von 11 bis 14 gespielt (dank Lizenzen des Sponsor Verbund) und wurde mit Testklassen in verschiedenen Settings evaluiert. Dabei hat die Physikdidaktik in Graz mitgeholfen, den Lehrplan der Unterstufe Physik mit den Entwicklern aufzubereiten. Alexander Pfeiffer ist besonders stolz, dass das Projekt als verhältnismäßig kleines Zentrum mit viel Energie und Fleiß erfolgreich begleitet werden konnte. Dies ist insbesondere Dank Thomas Wernbacher, dem Statistiker des Zentrums, gelungen.

Ein weiteres Projekt mit großer Beteiligung des Zentrums ist die YPD Challenge der Firma InterACTS GmbH von Hannes Jagerhofer. Anstelle den klassischen Weg zu wählen, sich um ein Praktikum zu bewerben, gibt die YPD Challenge allen Teilnehmern die Möglichkeit, sich den Praktikumsplatz in ihrer Wunschfirma zu erspielen. Im ersten Teil der Challenge finden sich Gruppen von bis zu drei Leuten zusammen, die gemeinsam Fragen beantworten und Aufgaben lösen müssen. Das Schwierige daran: Nur an bestimmten Tagen und Stunden ist der Zugang zu den Fragen offen. Die besten 400 Spieler, die alle Aufgaben lösen konnten, dürfen dann zu einer Live-Schnitzeljagd, dem 2. Teil der Challenge, antreten. Die Aufgaben, die sie hierfür gemeinsam bewältigen müssen, sind nur durch Schläue und innovative Ideen zu bewältigen. So kann es sein, dass die Teilnehmer einen abgestürzten Fallschirmspringer orten müssen, oder das Photo einer bestimmten Person, die irgendwo in einem Café in Spanien sitzt, in einer bestimmten Zeit abliefern. Die Gewinner der Challenge dürfen sich aus all den teilnehmenden Firmen, die sie zuvor kennen lernen durften, ihr Wunschpraktikum aussuchen. Aber auch jene, die nicht zu ihrem Wunschpraktikum kommen, gehen nicht leer aus. Antworten und Aktionen der Mitspieler werden während der Challenge gesammelt und können auf Wunsch der Teilnehmer für die Jobbörse verwendet werden. Darauf haben die teilnehmenden Firmen, wie auch Teilnehmer selbst, Zugriff und so auch nach der Challenge die Möglichkeit, von einer Firma ein Praktikumsangebot zu erhalten. Frei nach dem Motto: “Man muss niemanden kennen, nur etwas können.”

Das Zentrum für Angewandte Spielforschung hat das Zertifizierungsmodell mitentwickelt (die Skilltestung), ist für QA mitverantwortlich und wird nun mithelfen, die Spielwelt auf Unity 3D umzustellen.

Auch bei der kommenden FROG 2012 ist die Donau Uni wieder aktiv dabei. Dieses Jahr liegt der thematische Fokus auf den Serious Games und deren Zukunft. “Games with positive Impact”, Fun 2.0, das Lernpotenzial von Spielen und deren Werte und Wirkung stehen dieses Jahr im Vordergrund. Wer aktiv dabei sein möchte, kann sein Sujet ab dem 25. 05. einreichen. Infos dazu auf www.bupp.at/frog.

Über die Universal Remote für Kinect gibt es übrigens demnächst einen ausführlichen Test-Bericht.

Wer den Subotron Vortrag versäumt hat, kann sich diesen hier ansehen.

Verfasst von am 28. Mai 2012. Abgelegt unter Subotron Talks. Du kannst jedem Kommentar zu diesem Artikel folgen durch RSS 2.0. Du kannst kommentieren oder zu diesem Artkel trackbacken

Eine Antwort zu SUBOTRON pro games: Ausbildungsstätten stellen sich vor: Donau-Universität Krems – Applied Game Studies

  1. Pingback: Universal Remote – Kinect auch für Nicht-Spieler | in-ga.me

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