rayman_legends2

Vor einiger Zeit – genauer gesagt Anfang September 2013 – haben wir euch im Zuge unseres Spielberichts bereits das Game “Rayman Legends” für die Playstation 3 vorgestellt. Nun haben wir die Playstation 4-Fassung in die Finger bekommen und wollen euch zeigen, was sich denn in der Zwischenzeit getan hat. Zur Erinnerung haben wir hier noch mal den ursprünglichen Spielbericht für euch:

Die Story: bekannt, das Drumherum: abgedreht

Nach den Strapazen in “Rayman Origins” nehmen die Helden ein Nickerchen – 100 Jahre lang. Dadurch haben Albträume die Möglichkeit, die Lichtung der Träume zu befallen. Als Rayman aus seinem mysteriösen Schlaf geweckt wird, muss er sich mit seinen Freunden auf machen, die Ordnung im Universum wieder herzustellen. Dabei reist man durch fünf verschiedene Welten, um die sog. Kleinlinge zu retten. Das alles passiert in unterschiedlichen Gemälden – eine gute Art, um die eigentlich nicht zusammenhängenden, teils völlig absurden und abgedrehten Levels miteinander zu verbinden, ohne dass sie geschichtlich oder vom Setting her direkt miteinander zusammenhängen müssen.

Soweit ist die Hintergrund-Geschichte eher unspektakulär und kommt einem doch irgendwie bekannt vor.

Ganz anders aber kommen die Levels, Gegner und das Gameplay daher: Die Attribute “abgedreht“, “irrwitzig” oder “absurd” beschreiben ganz gut, was man im Verlauf des Spiels zu sehen bekommt. Riesige Roboter-Schlangen kommen da ebenso vor wie Drachen, Ritterburgen oder Wrestler. Immer wieder ist man darüber aufs Neue erstaunt, was sich die Designer bei Ubisoft noch so alles einfallen haben lassen. Wie gesagt: Das alles passt irgendwie nicht so recht zusammen, stört aber keineswegs!

Wie bereits im erwähnten Erstling “Rayman Origins” ist das Move-Repertoire des Helden eigentlich nicht sonderlich spektakulär. Man rennt, sprintet und springt durch die Levels, oder nutzt den Haar-Propeller, um langsam gegen Boden zu schweben – oder im Falle der zahlreich vorkommenden Aufwinde, um an Höhe zu gewinnen. Darüber hinaus kann man mit einem Button Schläge austeilen, um damit Gegner oder Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Doppelsprung oder Wall-Jumps dürfen natürlich genau so wenig fehlen wie das Hinauflaufen an bestimmten Wänden.

Das Wunderbare ist, dass das alles zu jeder Zeit super funktioniert. Man hat das Gefühl völliger Kontrolle und das Level-Design ist derart ausgefeilt, dass es eine wahre Freude ist, alles zu entdecken. Auf der anderen Seite sind auch Speed-Runs möglich, denn es geht sich alles ganz genau aus – richtiges Timing vorausgesetzt. Das Spiel bietet auch Levels, in denen genau das gefordert wird. Diese scrollen selbstständig von links nach rechts und man muss einfach nur das Ziel erreichen. So einfach ist es aber dann doch nicht ganz – dafür ist es umso belohnender, wenn man einen davon perfekt geschafft hat.

Hier spielt “Rayman Legends” klar in der Oberliga!

Für Sammler und Veteranen

“Rayman Legends” ist ein wahres Fest für Sammler: Für jeden einzelnen Level im Spiel kann man Pokale (Bronze, Silber, Gold, Platin) jeweils für Lums und Kleinlinge freischalten. Dazu muss man eine bestimmte Anzahl pro Level einsammeln. Die Kleinlinge sind mehr oder weniger gut versteckt, die Lums sind überall in den Levels verteilt. Es macht nicht nur Spaß, diese zu suchen und einzusammeln, sondern motiviert auch stark, einen Level erneut anzugehen, sollte man nicht alles beim ersten Mal entdeckt haben.

Belohnt werden fleißige Sammler natürlich auch: Lums schalten neue Helden frei, mit denen man anstatt mit Rayman spielen kann. Kleinlinge ermöglichen unter anderem Zugang zu neuen Levels und Welten. Um wirklich alles im Spiel zu sammeln, vergehen zig Stunden – ohne dass dabei Langeweile aufkommt. Und auch für Jump and Run-Veteranen dürfte genügend zu erforschen sein. Der Schwierigkeitsgrad an sich ist nicht gerade hoch. Die zusätzlich äußerst fair verteilten Rücksetzpunkte machen das Spiel eher leicht.

Grafik und Sound – ein Traum!

Dank der UbiArt-Engine sah bereits “Rayman Origins” fantastisch aus. Diese wurde für “Rayman Legends” weiter entwickelt und bietet nun zum Beispiel verbesserte Licht-Effekte. Aber auch im Hintergrund der Action gibt es mehr zu sehen als im Vorgänger. Das Spielgeschehen sieht nun noch einen Deut besser aus. Wie schon im Vorgänger sind auch hier alle Hintergründe, Figuren und Gegner handgezeichnet und die Animationen sind mitunter das beste, was man in einem Jump and Run je gesehen hat.

Auch Musik und Sound können sich hören lassen. Alleine schon die Lums zaubern einem immer wieder ein Grinsen ins Gesicht, wenn sie ihre fröhlichen Ständchen zum Besten geben. Was auch super ist: Findet man versteckte Secrets wie Kleinlinge, so ertönt ein “Uuuuuhhhh!” – das ist echt witzig! Aber auch alle anderen Sounds im Spiel wurden äußerst sympathisch und liebevoll umgesetzt.

Besonderes Lob verdienen die neuen Musik-Level, die nach jedem Boss-Gegner den Abschluss einer der fünf Welten darstellen. Diese sind Rhythmus-abhängig, man rennt und hüpft zur Musik – oder umgekehrt. Auf jeden Fall handelt es sich hier um die perfekte Symbiose aus beiden.

Features gegen Langeweile

Abgerundet wird “Rayman Legends” durch einige Features, die für Langzeit-Motivation sorgen dürften. Da wären auf der einen Seite Levels aus dem Vorgänger “Rayman Origins”, die allerdings erst freigeschaltet werden wollen. Dies geschieht mit den sog. Lucky Tickets, die man erhält, wenn man eine bestimmte Anzahl an Lums in einem Level eingesammelt hat. Dann regiert der Zufall, denn diese Tickets sind Rubbel-Lose; was man bekommt, weiß man vorher nie.

Dazu gesellen sich tägliche und wöchentliche Herausforderungen – jeweils unterschiedliche Aufgaben, bei denen man seine Bestzeit bzw. seinen Highscore in eine globale Rangliste lädt. Natürlich winken hier auch Belohnungen, wenn man in Bronze, Silber-, oder Gold-Rängen abschließt.

Zu guter Letzt gibt es noch den Kung Foot-Modus, eine Art Fußball-Spiel, bei dem man sich mit Freunden den Ball gegenseitig ins Tor schießen muss – eine nette Dreingabe, aber leider nur im lokalen Multiplayer spielbar. Apropos: “Rayman Legends” bietet einen Mehrspieler-Modus für bis zu vier (fünf auf WiiU) Personen, bei dem es äußerst hektisch, aber auch sehr spaßig zugeht. Das funktioniert aber ebenfalls nur lokal.

Das is neu

In der Next Gen-Version gibt es im Vergleich zur “Current Gen” kaum nennenswerte Unterschiede. Dazu gekommen sind für die PS4-Fassung ein Assassinen-Kostüm, auf der Xbox One gibt es dafür den Mohawk von Far Cry 3s Vass sowie die High-Tech Brille von Sam Fisher. Davon abgesehen gibt es keine neuen Inhalte. Aber das ist auch nicht unbedingt nötig, wird man mit dem Spiel doch länger seine Freude haben. Optisch ist uns aufgefallen, dass das Spiel noch einen Tick besser aussieht. Native Full-HD Auflösung, konstante 60 Frames reizen die Konsolen aber scheinbar nicht vollends aus, denn die Ladezeiten sind erheblich gesunken – gut so!

Auf der Playstation 4 kommt das Touchpad des Controllers beim Aufrubbeln der Glückslose zum Einsatz – viel mehr wurden die neuen Hardware-Features aber leider nicht genutzt. Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch die Möglichkeit, das Spiel mit seiner PS Vita via Streaming zu zocken.

Meinung

Ursprünglich haben wir “Rayman Legends” mit einer Wertung von 9 von 10 möglichen Punkten bewertet. Und dieser Note bleiben wir auch treu. Das Spiel ist nahezu perfekt und ein Muss für jeden Jump and Run-Fan. Die Neuerungen der Next Gen-Version(en) sucht man jedoch eher mit der Lupe. Wer das Spiel also bereits für PS3 oder Xbox 360 sein Eigen nennt, braucht es sich nicht noch einmal zuzulegen. Alle anderen sollten dies jedoch schleunigst nachholen!