(Bild: blog.us.playstation.com)

Baseball ist außerhalb der USA und Japan zwar durchaus bekannt, die Fanbase der Sportart ist aber bestimmt nicht die größte. Dazu kommt, dass die Vielfalt an Regeln bzw. deren Einzelheiten hierzulande wohl eher wenige wirklich gut kennen – dazu gehören auch wir. Das könnte sich nun aber ändern, denn wir haben “MLB 13: The Show“, das für Playstation 3 und Playstation Vita im Playstation Store erschienen ist, einem Test unterzogen. Sony nimmt sich mit der Veröffentlichung dieses Spiels der steigenden Beliebtheit des Sports in Europa an. In den nächsten Zeilen zeigen wir euch, ob wir uns mit der Sportart anfreunden konnten – und wie gut das Spiel auch für Neueinsteiger bzw. für Zocker, die eigentlich nichts mit Baseball am Hut haben, geeignet ist.

Aller Anfang ist … leicht

Der Einstieg in das Spiel fällt – wenn man es so will – überraschenderweise sehr einfach aus, denn zu Beginn kann man sich zwischen drei Stufen (Anfänger, Fortgeschritten, Profi) entscheiden. Anders als von vielen Spielen gewohnt, stehen diese Optionen jedoch nicht für den Schwierigkeitsgrad. Hier geht es darum, wie viel man von Anfang an selbst machen will. Sprich: Wählt man “Anfänger”, was wir übrigens gemacht haben, nimmt einem das Spiel zum Beispiel das Laufen zwischen den Bases oder das manuelle Fangen von Bällen ab. Dies übernimmt dann die KI. So kommt man viel schneller zurecht und kann sich erst einmal darauf konzentrieren, die Regeln des Spiels zu verstehen. Wird man mit der Zeit besser, wird auch das Gameplay anspruchsvoller und verlangt mehr Eingaben vom Spieler. Wirklich gut gelöst, wie wir finden.

“MLB 13: The Show” ist eigentlich in dem Sinne nicht wirklich ein Spiel, handelt es sich doch vielmehr um eine knallharte und unserem Empfinden nach auch sehr realitätsnahe Simulation des Sports. Angefangen bei den einzelnen Spielern, den Trikots, den Stadien, der Ballphysik u.v.m. merkt man das auch zu jeder Sekunde. So fällt es anfangs zum Beispiel schon schwer, den Ball im richtigen Augenblick zu treffen. Umso belohnender fühlt sich dafür allerdings der erste Homerun an. Via “The Show Live“-Feature lassen sich alle aktuellen Resultate, Transfers, Verletzungen etc. ins Spiel integrieren – ein Feature, das auch Hardcore-Baseball-Fans gefallen dürfte und die Kluft zur perfekten Simulation noch ein wenig kleiner werden lässt.

Etwas für’s Auge

Die Präsentation fällt dabei wie bei einer Fernseh-Übertragung aus, sogar die Kameraperspektiven sind in der Broadcast-Einstellung “realistisch” denen der TV-Stationen nachempfunden. In den zahlreichen Options-Menüs kann man das Spielerlebnis allerdings genau seinen Wünschen entsprechend anpassen. Ihr wollt ein schnelles Spiel spielen? Kein Problem! Einfach die Anzahl der Innings einstellen und schon kann man auch nur eine 5-Minuten Partie starten – vor allem unterwegs macht das natürlich Sinn. Ihr wollt eine bestimmte Perspektive nicht? Auch kein Problem, wählt einfach die gewünschte Kamera-Einstellung aus. Die Liste an Optionen ist wirklich lang – man fühlt sich fast etwas erschlagen.

Technisch gibt es bei “MLB 13: The Show” nicht viel zu meckern: Eigentlich fühlt man sich beinahe, als würde man gerade bei einer Live-Übertragung eines Baseball-Spiels im Fernsehen dabei sein – so gut sehen sowohl die Spieler und ihre Animationen als auch die Stadien aus. Doch dann schwenkt die Kamera ein Mal in die Zuschauer-Reihen und der Schein wird getrübt, denn eine so stark verpixelte Menge hätten wir in dem Spiel eigentlich nicht vermutet. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau, denn während des Spielens fällt das eigentlich kaum auf. In puncto Technik kann die Vita-Version natürlich nicht ganz mithalten, spielerisch ist es aber egal, ob man nun die Heim- oder die mobile Version des Titels zockt. Aber auch die mobile Version sieht gut aus; nur eben nicht ganz so gut wie der große Bruder. Für Fans von Move gibt es auch Grund zur Freude, denn das Spiel lässt sich auf PS3 per Bewegungssteuerung bedienen.

Fazit

Am besten hat uns der “Road to the Show”-Modus gefallen, in dem man seinen eigenen Charakter erstellt und die Major-Teams als Ziel im Auge hat. Diese Art Spielmodi motiviert einfach am meisten. Unser Fazit nach einigen Tage in der virtuellen Baseball-Liga fällt auf jeden Fall positiv aus. Das Spiel fühlt sich gut an, sieht richtig schick aus und nimmt auch Neulinge (wie uns) an die Hand. Ob wir nun allerdings zu Baseball-Fans werden, sei an dieser Stelle dahingestellt. Auf jeden Fall sollten Freunde des Sports das Spiel einmal genauer unter die Lupe nehmen, aber auch jene, die es noch werden wollen.