Lil’ Red – eine interaktive Geschichte zum Erleben

Die meisten Apps, die sich im App Store finden lassen, richten sich eher an ein erwachsenes Publikum. Diese sind schließlich auch jene, denen das Device, auf dem die App gekauft wird, gehört. Viele Eltern haben jedoch bereits feststellen können, dass bereits die Kleinsten gerne mit Smartphones und Tablets interagieren. Aufgrund der intuitiven Navigation fällt es auch den Allerkleinsten nicht schwer, sich durch alle möglichen Apps zu bewegen. Nicht alle sind jedoch geeignet – Lil’ Red, von Brian Main, Tom Skidmore und Lukas Hasitschka (Sound42) hingegen ist die große Ausnahme. Im Gespräch mit Brian und Tom konnten wir einiges Interessantes über Lil’ Red, die App für die ganz Kleinen, herausfinden.

Die Lil' Red-Macher: Lukas Hasitschka, Brian Main und Tom Skidmore

Die Grundidee zur App stammte von der Beobachtung, dass Kinder gerne zu den mobilen Geräten ihrer Eltern greifen und mit diesen interagieren. Die direkte Reaktion darauf waren Kinderbücher, die in ihrer Umsetzung eher an eBooks, als an spannende, lustige Apps für eine junge Zielgruppe erinnerten. Das Potenzial der Geräte wurde dabei nicht genutzt, kritisiert Brian. Und so entstand die Idee zu Lil’ Red – es sollte eine App werden, die für Kinder gedacht ist, auf bereits bekannte Inhalte zurückgreift, diese jedoch in einer gänzlich neuen Form präsentiert. Und so ist es keine Überraschung, dass Lil’ Red wie eine Mischung aus Spiel, Buch und interaktiver Erzählung wirkt.

Was es jedoch nicht ist, und auch nicht sein soll, ist ein klassisches Adventure Game, bei dem Puzzles gelöst werden müssen. Die einzelnen Szenen von Lil’ Red stellen Szenen der Geschichte dar. Da die App an ein sehr junges Publikum gerichtet ist, wird sichergestellt, dass die einzelnen Szenen simpel, interaktiv und leicht verständlich sind, und immer nur einen neuen Aspekt der Geschichte erzählen. Fast jedes Element in den einzelnen Szenen lässt sich berühren und löst entweder eine Aktivität, Überraschung, oder Geräusch aus. Wenn alles entdeckt wurde, wandert Lil’ Red einfach weiter zur nächsten Szene. Dem Spieler bleibt  jedoch freigestellt, noch weiter mit dieser Szene zu interagieren, oder Lil’ Red in den nächsten Screen zu folgen. Und wenn man bereits ungeduldig zur nächsten Szene wechseln möchte, bevor alles entdeckt wurde, so geht das auch.

Um den Bedürfnissen und Wünschen des jungen Zielpublikums nachzukommen, wurden während der Entwicklung einige Dinge verändert. So veränderte sich die Navigation zwischen den Szenen von einem Swipe hin zum Anklicken der Pfeilbuttons, um auf die Kinderhände einzugehen, da speziell jüngere Kinder noch keine ganz so genauen Klicks ausführen können und deshalb oft einen ungewollten Szenenwechsel durchführten. Durch die Änderung in der Navigation wird so gewährleistet, dass die App das tut, was die Kinder wollen, und nicht umgekehrt.

Die Geschichte vom Rotkäppchen wird in Lil’ Red ganz ohne Text erzählt. Die bewegten Bilder führen durch die Geschichte, aber das ist nicht das einzige Tool, das verwendet wurde. Der Sound und die Musik sind ein wichtiger Bestandteil von Lil’ Red. Fast wie in Peter und der Wolf hat jedes Element, jede Figur und jede Szene sein eigenes Thema und Instrumente. Brian war begeistert von Lukas’ ersten Ideen und seiner Herangehensweise an die Vertonung von Lil’ Red.

Musik und Themen sind so simpel, aber vielschichtig gehalten, wie auch die Visualisierung. Schwarz, Weiß, Grautöne und Rot sind die einzigen Farben, die verwendet werden. Die roten Elemente heben sich hervorragend vom Rest ab und nicht selten sind diese Elemente auch jene, die zum Klicken und Interagieren auffordern.

Allen Teammitgliedern war es laut Brian wichtig, an einem kreativen und sinnvollen Projekt zu arbeiten, das nicht von dem Gedanken getrieben wird, mit Micropayments Geld zu verdienen. Im Vordergrund steht die Kreativität, und die Verwirklichung der Idee, eine App für Kinder zu machen, die Spass macht, und genau auf die kleinen Benutzer zugeschnitten ist. Geld stand in der Entwicklung nicht im Vordergrund. Dennoch versucht man nun, die ersten Erfahrungen im Bereich Marketing zu machen, seit die App im App Store erhältlich ist. Noch befinden sie sich in der Trial & Error Phase, die spannend, aber auch manchmal mühsam sein kann. An Kickstarter hat man zwar auch gedacht, jedoch ist diese Art der Finanzierung erst für die kommenden Projekte interessant.

Ein interessantes Geheimnis wurde während des Gesprächs mit Brian und Tom gelüftet – Lil’ Red ist nicht nur eine App, die die Geschichte des Rotkäppchens erzählt, sondern auch ein wenig an den Kommunismus angelehnt ist. Die weiteren Projekte enthalten sich jedoch einer geheimen Botschaft und sind Spiele, die einfach nur Spass machen sollen. Dabei handelt es sich um 2 Spiele, die im Unterschied zu Lil’ Red, welches in Flash programmiert wurde, mit Unity kreiert werden. Die Namen beider Projekte sind noch nicht bekannt, aber wir durften bereits einen ersten Blick auf die Prototypen werfen, die bereits spielbar sind und bereits jetzt viel Spass bereiten.

Übrigens: Wer bis zum Ende von Lil’ Red durchspielt, wird dort noch eine kleine Überraschung entdecken.

Spielbar ist Lil’ Red auf dem iPad, sowie auf ausgewählten Android Geräten.

Lil’ Red ist auch für den diesjährigen Content Award nominiert. Wir drücken die Daumen!

Verfasst von am 30. Oktober 2012. Abgelegt unter Insider. Du kannst jedem Kommentar zu diesem Artikel folgen durch RSS 2.0. Du kannst kommentieren oder zu diesem Artkel trackbacken

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