Hydrophobia – nichts für Wasserscheue

Hydrophobia von Dark Energy Digital ist ein Third-Person-Survival-Adventure auf XBLA, in dem der Spieler Kate Wilson verkörpert. Sie ist als Ingenieurin auf einem riesigen Schiff – eher schon einer schwimmenden Stadt – namens “Queen of the World” tätig. Zu Beginn des Spiels befindet man sich in ihrem Apartment und alles ist eitel Wonne. Die Idylle hält natürlich nicht lange an, Explosionen beschädigen das Schiff, Wasser dringt ein und die Queen of the World beginnt zu sinken – Titanic lässt grüßen!

An dieser Stelle beginnt das wahre Abenteuer, ein Überlebenskampf, denn Kate muss versuchen, der sinkenden Todesfalle zu entkommen. Die Geschichte wird fortan mittels Funksprüchen von Kates Freund Scott vorangetrieben, der sie mit wichtigen Infos versorgt. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Gegenstände und Dokumente zu finden, durch die man mehr über die Hintergründe der schwimmenden Stadt, deren Bewohner aber auch der Protagonistin Kate erfährt – hier ist übrigens lesen angesagt, auf Video-Sequenzen muss man leider verzichten.

Gameplay mit Schwächen

Wie schon erwähnt, ist Kate Ingenieurin, doch kann sie auch verdammt gut springen, klettern und schwimmen. Im Verlauf des Spiels gilt es, Explosionen und Feuer zu umgehen, Höhenunterschiede oder Hindernisse mit Klettereinlagen zu überwinden und zu schwimmen bzw. zu tauchen. Das spielt sich eigentlich alles recht nett, über “durchschnittlich” kommt das Kern-Gameplay aber ehrlich gesagt nicht hinaus. Dafür ist auch die Steuerung viel zu hakelig geraten und man bleibt gerade beim Schwimmen/Tauchen viel zu oft an irgendwelchen Gegenständen hängen, oder die Kamera spielt nicht mit und man verliert leicht die Orientierung.

Neben den bisher beschriebenen Aufgaben müssen zum Beispiel Tür-Systeme gehackt werden. Das zieht sich eigentlich durch das gesamte Spiel, denn die Entwickler haben scheinbar folgende Rezeptur verwendet: Komme in einen Raum, stehe vor einer verschlossenen Tür und sieh zu, wie du weiter kommst, damit du im nächsten Raum wieder vor einer verschlossenen Türe stehst. Oft muss man dazu auch Schlüssel finden. Das Gameplay ist oft repetitiv, wird allerdings mit der ein oder anderen – leider recht selten vorkommenden – anspruchsvolleren Rätsel-Aufgabe aufgelockert.

Kreativ töten

Die mysteriösen Malthusianer – woher diese kommen, wer sie sind etc. muss man im Spiel herausfinden – machen Kate ebenfalls das Leben schwer. Gut, dass sich die Ingenieurin mit der sog. LP-40 zur Wehr setzen kann. Die einzige Waffe im Spiel – keine Sorge, dafür können unterschiedliche Munitionsarten benutzt werden – verschießt standardmäßig Schallwellen. Diese kann man dazu benutzen, um Feinde zu töten. Allerdings haben sich die Entwickler bezüglich Gegner-Beseitigung ein paar nette Spielereien einfallen lassen.

Ein Beispiel: Oft bleibt es einem selbst überlassen, ob man einfach so lange auf einen Gegner schießt, bis er das Zeitliche segnet, oder ob man sich etwas anderes einfallen lässt. Eine Möglichkeit wäre z.B., dass man nur so lange schießt, bis der Feind bewusstlos wird und anschließend im knietiefen Wasser ertrinkt. Eine weitere Option wäre, eine Scheibe einzuschießen, um Unmengen an Wasser auf den Gegner prasseln zu lassen – durch den Druck wäre er gegen eine Wand gedrückt worden und draufgegangen. Auch Stromkabel können durch die Schallwellen manipuliert werden und so etwa den Bösewicht regelrecht grillen. Je nach Situation und Umgebung ist also die Kreativität des Spielers gefordert – und diese bleibt auch nicht unbelohnt, schlägt sich kreative Gegnerbeseitigung doch auch im Highscore nieder.

Gelungene Atmosphäre

Das Setting des Spiels ist wirklich gelungen, die Atmosphäre erdrückend und die Einbindung des Wassers als zentrales Spielelement macht Hydrophobia zu etwas Beonderem. Auch wenn das ganze Drumherum leider nicht mit dem Setting und der Stimmung mithalten kann, ist das Spiel wirklich nicht schlecht. Man darf sich aber auf keinen Fall eine Inszenierung wie z.B. in einem Uncharted erwarten. Auch die Shooter-Mechanik – sowohl das Ballern selbst als auch das Deckungssystem – kann mit Genre-Kollegen nicht mithalten. Aber das war wohl auch nicht die Absicht von Dark Energy Digital. Lässt man sich auf das Spiel ein, wird man mit einigen Momenten belohnt, die man so noch nicht in einem Videospiel gesehen hat.

Wasser ist das zentrale Spielelement in Hydrophobia. (Bild: xbox.com)

Verfasst von am 1. März 2012. Abgelegt unter Games. Du kannst jedem Kommentar zu diesem Artikel folgen durch RSS 2.0. Du kannst kommentieren oder zu diesem Artkel trackbacken

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>