Martin A. Langhammer

Wir haben Martin A. Langhammer, Inhaber der Cyber Arena Entertainment Group (in weiterer Folge kurz Cyber Arena), in einem alt-wiener Kaffeehaus getroffen und mit ihm über die Geschichte von Cyber Arena und seine Zukunftspläne geplaudert.

Vom Hobby-Projekt zum Unternehmen

“Bisher waren wir hauptsächlich im deutschen Markt tätig und da eigentlich fast nur im Browser Games-Bereich”, erzählt uns Martin. Doch zuerst einmal zurück zum Anfang: “Begonnen hat alles im Jahr 2001 mit einem Counterstrike-Clan. Wir waren eine Laptop-Klasse in der HAK und haben viel CS gespielt. Schnell waren wir 35 Leute im Clan. Daraus hat sich eine Community entwickelt”, so Martin und weiter: “Markus, ein Mitglied unserer Community, hat damals eine LAN-Version von ‘Die Kreuzzüge’ entwickelt; LAN-Parties waren damals noch eine gute Sache! Das Spiel wurde dann 2003 publiziert. Es war sein Spiel, aber Cyber Arena stellte schon die technischen Rahmenbedingungen zur Verfügung. Zu dem Zeitpunkt war die Branche noch relativ klein und Markus war nicht daran interessiert, das Spiel weiter zu entwickeln. Also haben wir die Zusammenarbeit beendet. Aber Cyber Arena blieb natürlich bestehen.”

Martin ist seit 2003/2004 in der Browser Games Branche tätig. Unter anderem war er Community Manager in Deutschland, Österreich und der Schweiz für das Spiel Nemexia aus dem Hause madmoo und Community Coordinator bei Supremacy 1914 von Bytro Labs. Derzeit arbeitet Martin in der Versicherungs-Branche und studiert an der WU Wien. Cyber Arena hat er bisher eigentlich nur als Hobby betrieben. Im November 2011 kam es jedoch zur Firmengründung und wer weiß, was die Zukunft bringt: “Sollte das, was wir geplant haben, aufgehen, dann würde ich mir schon überlegen, das hauptberuflich zu machen”, so Martin. Derzeit hat Cyber Arena (ohne Zusatzprojekte) übrigens bereits zwischen 20.000 und 25.000 User.

Am Ball bleiben

Aushängeschild von Cyber Arena ist der CA Fußballmanager, der am 14. September 2004 erschienen ist. “Ursprünglich handelte es sich dabei um eine zugekaufte Lizenz-Software, die aber relativ buggy war. Wir haben diese dann selbst weiterentwickelt”, erklärt Martin. Vergangenes Jahr erschien der Fußballmanager bereits in der Version 3 und derzeit wird fleißig an Version 4 gewerkelt. “Da wollen wir dann auch marketingtechnisch voll aufdrehen”, so Martin. Geplant ist ein Beta-Zugang für Premium-User. Der Manager wird in der kommenden Version nun aber auch international – bisher gab es nur eine deutsche Version. “Für die Premium-Accounts wird es dann auch möglich sein, über einen Live-Ticker live ins Geschehen einzugreifen, also zum Beispiel Taktiken zu verändern oder Spieler auszuwechseln. Unsere neue Software ist auch um einiges besser geworden. Sie weiß jetzt immer auf einen Meter genau, wo sich der Ball gerade befindet”, so Martin über die aktuellen Arbeiten am CA Fußballmanager 4.0, der übrigens bis Ende Mai released werden soll. Aktuell bietet der Manager übrigens 13 Länder und 17 Ligen.

Für Version 4.1 ist geplant, “dass wir ein Stadionumfeld wie in SimCity haben. Die Spieler sollen die Umgebung verändern können. Einerseits können wir das zur Monetarisierung nutzen, auf der anderen Seite soll für Langzeitmotivation gesorgt werden”, erklärt man uns.

Neben dem Fußballmanager finden sich unter der Kategorie Arcade im Cyber Arena-Portal aber auch zahlreiche Flash Games von anderen Entwicklern. “Dabei handelt es sich um Arcade Games, die im Netz verfügbar und eben auch bei uns spielbar sind. Das funktioniert ähnlich wie zum Beispiel bei Newgrounds. Wir engagieren uns hier, um unseren Usern einen zusätzlichen Zeitvertreib bieten zu können”, so Martin.

Aktuelle Projekte

Wie wir bereits berichteten soll im Mai das zentrale Payment Portal auf c-arena.com gestartet werden. “Da haben wir wirklich viele Zahlungsanbieter mit dabei. Von MoneyBookers, über PayPal und Call-Payments bis hin zu PaySafeCard, Kreditkarte und Standard-Überweisung wird dann alles möglich sein. Wir wollen unseren Usern alle erdenklichen Zahlungsmöglichkeiten bieten und unseren Partner die Möglichkeit geben, sich schnell und einfach in die Community einzuklinken. Der Vorteil für die User ist dann auch der Single-Login”, so Martin.

Martin erklärt, wie das neue Portal für Entwickler funktionieren wird: “Ab Mai kommt der Entwickler auf das Portal und meldet sich dort an. Er kann dann schon Unterlagen hochladen – NDAs sind natürlich auch möglich. Er schickt uns also die Daten und kann uns dann persönlich, oder wenn das nicht möglich ist, via Skype sein Projekt präsentieren. Unser Ziel ist es, den persönlichen Kontakt zu den Entwicklern zu halten und diese nicht einfach im Regen stehen zu lassen. Jeder Entwickler soll die Chance bekommen, sich zu präsentieren. Wir schauen uns die Konzepte dann an und wenn es uns gefällt, unterstützen wir diese. Prinzipiell geht es uns darum, gute Ideen zu verwirklichen.” Auch die Finanzierung der Projekte Anderer ist möglich. Aktuell ist Martin im Gespräch mit einigen Venture-Capital-Fonds über die Finanzierung von Projekten. Geplant ist, einige Konzepte zu sammeln und diese quasi in Runden den Fonds vorzulegen. “Wenn das Kapital dann verfügbar ist, wollen wir den Entwicklern auch Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, damit sie in angemessenem Umfeld entwickeln können”, so Martin und weiter: “Mir geht es grundsätzlich darum: Unser Anteil braucht nicht so groß sein. Die Kosten sollen halt schon gedeckt sein, ich möchte aber viel mehr Entwicklern eine Chance geben.”

Wenn sich dieses System etabliert, ist Cyber Arena auch Blockbuster-Spielen gegenüber nicht abgeneigt. “Aber das ist noch Zukunfts-Musik”, so Martin.

Aktuell befindet sich Cyber Arena in einer Konzept-Sammel-Phase: “Wir sind gerade dabei, Konzepte zu suchen. Geplant sind für heuer aber schon zwei Facebook-Spiele, zwei neue Browser-Games und zwei Tablet-Spiele.” Drei davon hören auf die Code-Namen Projekt Antares, Projekt Waterworld und Sacred Medical. Letzteres wird mit Unity entwickelt und soll für Tablets erscheinen. “Project Waterworld wiederum wird ein Prestige-Projekt für uns werden und wir treten in dem Fall als reiner Publisher auf, sind aber auch finanziell daran beteiligt. Für das Spiel planen wir zum Beispiel auch einen Presse-Event in Hamburg oder Berlin. Schon im Juni/Juli wird es hier eine Alpha-/Beta-Phase geben”.

Wie wir hier berichteten, platzierte Cyber Arena ein Projekt auf kickstarter.com. Es wurde allerdings nicht “gebacked”. Martin meint dazu: “Es ist halt sehr schwierig, wenn man noch keinen großen Namen hat oder wenn man nicht ein ausgefallenes Indie-Spiel – mit Schwerpunkt Kunst – entwickelt. Wir haben zum Beispiel auch unser Payment Portal eingereicht; das wurde aber gleich ohne erfindlichen Grund abgelehnt. Wir werden aber weiterhin Projekte auf kickstarter platzieren und auch unseren Partnern die Möglichkeit bieten, das über uns zu machen – die entsprechenden Partnerschaften in den USA haben wir dafür bereits aufgebaut.”